25.6.2011

„Die Jungs von Wilschenbruch“: Beste Fußball-Vereinschronik Niedersachsens 2009/2010

Erhard Rölcke, Autor und Archivar des Lüneburger SK, und sein Mitautor Erich Husmeier dürfen stolz sein: Die LSK-Chronik „Die Jungs von Wilschenbruch“ wurde beim Wettbewerb des Niedersächsischen Instituts für Sportgeschichte e. V. (NISH) als beste Jubiläumsschrift eines Fußballvereins ausgezeichnet. Sie landete damit nur knapp hinter dem Turnverein Bunde e. V. (Ostfriesland) auf dem 2. Platz im Gesamtklassement.

Bei der Preisverleihung in den Räumen des Oldenburger Turnerbundes von 1859, der diesen Wettbewerb zuletzt gewonnen hatte und die Ehrung in gebührendem Rahmen ausrichtete, gab es großes Lob vom Preisgericht um den Vorsitzenden Prof. Dr. Arnd Krüger und dessen Mitarbeiterin Dr. Reinhild Fuhrmann: „Erhard Rölcke und Erich Husmeier haben eine reich bebilderte, systematische Chronik ihres Vereins erstellt, die das Vereinsleben in seinen vielfältigen Facetten thematisiert. Im Mittelpunkt steht dabei der Fußball mit seinen Emotionen und seiner Kultur, die in kurzen, prägnanten Aussagen, Tabellen, Fotos zum Leben erwachen. Das Auf und Ab der 1. Mannschaft bestimmt dabei den Rhythmus des Vereinslebens. Die Eigenwelt des Sports wird mit einer seltenen Intensität hervorragend verdeutlicht.“

Dr. Fuhrmann hob bei ihrer Würdigung der ausgezeichneten Chronik auch die darin geschilderten sportlichen Erfolge des LSK hervor und wies darauf hin, dass der Vereinsname Lüneburger Sport-Klub in einigen Tagen wieder in den Vordergrund treten wird. Sie überreichte den Autoren und LSK-Präsident Manfred Harder die mit einem Preisgeld verbundene Urkunde des Niedersächsischen Instituts für Sportgeschichte, die Erhard Rölcke sofort für sein LSK-Archiv „sicherstellte“.

Die Urkunde des NISH

Das Niedersächsische Institut für Sportgeschichte pflegt neben enger Kooperation mit allen Organisationen des Sports auf Landesebene national wie international Kontakte zu sporthistorischen Einrichtungen und Vereinigungen. Hierzu gehören u. a. die Sporthistoriker innerhalb der Deutschen Vereinigung Sportwissenschaft (DVS), die Europäische Vereinigung für Sportgeschichte (CESH) sowie die Internationale Gesellschaft der Leibeserziehung und des Sports (ISPHES). 2003 wurde auf Initiative des NISH die Deutsche Arbeitsgemeinschaft von Sportmuseen, Sportarchiven und Sportsammlungen e. V. (DAGS) gegründet. Bundesweit setzt sich diese Vereinigung für die Erhaltung von Kulturgütern des Sports im weitesten Sinn ein. Sie will die Bedeutung von Sportmuseen, Sportarchiven und Sportsammlungen für die Gesellschaft stärker bewusst machen und durch Information und Kooperation ihrer Mitglieder nachhaltige Synergieeffekte erzielen.

Im Zwei-Jahres-Rhythmus schreibt das NISH sporthistorische Wettbewerbe aus, die sich an unterschiedliche Teilnehmerkreise wenden. Der Wettbewerb „Wir suchen die beste Jubiläumsschrift“ wendet sich an Vereine und Verbände, die aufgefordert sind, ihre Jubiläumsschriften zur Auswertung und Archivierung einzureichen. Bei den Wettbewerben, an denen bisher rund 6.000 Vereine und Verbände teilgenommen haben, werden die besten Arbeiten mit Geldpreisen und Urkunden ausgezeichnet.


Sonntag, 26.06.2011 - 12:48 Uhr



 


Die Jungs von Wilschenbruch
DIENSTAG, 19. MAI 2009 UM 15:23 UHR

 

Lüneburg. Die beiden haben sich gesucht und gefunden: LSK-Archivar Erhard Rölcke (65) und Wilschenbruch-Chronist Erich Husmeier (63). Beim Osterfeuer des Lüneburger SK lernten sie sich 2006 kennen. Drei Jahre später liegt das Ergebnis dieser neuen Freundschaft auf dem Tisch: die wunderbare Chronik „Die Jungs von Wilschenbruch“ – 107 Jahre Lüneburger SK. Das Buch ist jetzt schon ein Verkaufsschlager, weil es nicht nur Fußballfreunde anspricht. „Das ist auch ein Jahrhundert Lüneburger Stadtgeschichte mit vielen alten Fotos, Daten und Geschichten“, erklärt Husmeier.

Der Ingenieur im Ruhestand hatte eigentlich an einer Wilschenbrucher Chronik gearbeitet. Doch durch Rölcke fand er zum Fußball. „Inzwischen ist mir neben Wilschenbruch auch der LSK ans Herz gewachsen“, sagt Husmeier. Die Liebe zum Fußball merkt man dem Buch an: Auf 341 bunten Seiten findet der Leser 1360 Fotos und Grafiken, aufgespürt in Archiven in ganz Deutschland.

Da sind unzählige LSK-Mannschaften eines Jahrhunderts abgebildet, die Vorstände, die Fans, Spieler und Embleme anderer Vereine, herrliche historische Stadtansichten und und und. In dem Buch werden sich viele wiederfinden, die mit dem Lüneburger Sport zu tun hatten und haben. Rölcke: „Dazu gibt es Ergebnisse, Tabellen, Höhepunkte, alte Zeitungsausschnitte, Geschichten.“ Alles schön chronologisch geordnet – vom Kaiserreich über die Weimarer Republik, Nazi- und Nachkriegszeit bis zum letzten Spiel am 31. Mai 2008. Danach fusionierten die LSK-Fußballer mit der LSV zum FC Hansa. In diesen 107 Jahren ist viel passiert. Umjubelte Aufstiege wie der in den 50ern in die höchste Klasse, als es gegen den großen HSV ging, oder in den 80ern in die 3. Liga, als die unvergessene Elf um Zobel, Wagner und Sievers im Schnitt 4000 Fans zu den Heimspielen lockte. Dann die rauschenden Gastspiele: FC Bayern München, Schalke 04, Borussia Dortmund, VfL Wolfsburg, Hertha BSC Berlin, der HSV, zuletzt der VfB Stuttgart – alle Großen des deutschen Fußballs waren beim LSK zu Gast.

Diesem bemerkenswerten Stück Fußballgeschichte droht nun ein Ende, weil der insolvente LSK sein Gelände in Wilschenbruch verkaufen muss – zum Schuldenabbau bei der Sparkasse. Bauland soll aus dem alten Sportplatz werden, der 1905 eingeweiht wurde. Husmeier, wie gesagt eigentlich kein Fußballfan, wird bei dem Gedanken weh ums Herz: „Der LSK-Platz ist ein Stück Lüneburger Geschichte. Wenn dieses Gelände bebaut wird, dann wird das vielen in zehn Jahren Leid tun. Sie werden sagen: Was haben wir da getan!? Das ist ähnlich wie beim Abriss der Lüneburger Altstadt, der ja zum Glück damals im letzten Moment von Curt Pomp gestoppt worden ist.“ Im Schlusswort des Buches zitiert Rölcke, der seit Jahren unermüdlich für den Erhalt des Platzes und des LSK kämpft, was die Lünepost zum 90. LSK-Geburtstag geschrieben hatte: „Denn eines wird bei der Rückschau auf 90 bewegte LSK-Jahre klar: Dieser geschichtsträchtige Verein darf nicht sterben!“ Dem ist auch heute – besonders nach Lektüre des Buches – nichts hinzuzufügen.



Kaltz will den FC Hansa retten
DIENSTAG, 19. MAI 2009 UM 15:23 UHR

Lüneburg. An diesem Coup haben Marketingmann Sascha Nießen und Hansa-Präsident Dietrich Conrad seit Monaten gearbeitet. Gestern ließen sie die Katze aus dem Sack: Manfred Kaltz (56), erfolgreichster HSV-Spieler aller Zeiten, wird sich ab heute ums Marketing für den Fußball-Oberligisten FC Hansa Lüneburg kümmern! Das gaben Nießen und Conrad gestern auf einer Pressekonferenz in den Räumen ...

Quelle: Internet